Freitag, 20. August 2010

true.

So heißt meine angefangene, kleine Sammlung.
Bis jetzt sind's erst Zwei, die später alle einen Zusammenhang haben sollen.
Ich poste mal den Anfang. Vlt. mach ich das jetzt immer, vlt. auch nicht, mal schaun =)


Das allgegenwärtige Gefühl das Leben nicht wert zu sein, macht einen im Laufe der Zeit verrückt. Das dauert im Grunde bei dem einen oder anderen unterschiedlich schnell oder lang. Genauso verläuft es mit dem Grad der Verrücktheit. Lässt sich Verrücktheit überhaupt messen? Das ist eine interessante Frage, denn jeder deffiniert Verrücktsein anders, oder nicht? Für die einen ist es verrückt nachts anstatt zu schlafen, durch die Straßen zu irren, auf der Suche nach dem Nichts. Dann andere wiederum finden es verrückt, wenn andere das ein oder andere Mal mit sich selber reden, aber zugegebener Maßen, tut das heutzutage jeder. Bei manchen fängt die Verrücktheit erst mit dem Einzug in die Psychatrie an. Doch ab wann kommt man dort hinein? Wieder die selbe Frage: Ab wann ist man verrückt? Die meiste Zeit meines Lebens, gut, die letzten Jahre, umgibt mich dieses Gefühl, wie ein Mal, welches nie mehr fort geht. Es ist immer da, ständig. Wenn ich schlafe, wenn ich scheiße, wenn ich Sex habe, wenn ich esse, vor allem wenn ich esse, wenn ich kotze, wenn ich arbeite. Letzte Woche wurde mir gekündigt. Ich verbringe die meiste Zeit damit durch die Stadt zu laufen, zu laufen, wie eine Irre. Ich laufe und laufe und schließlich stehe ich doch irgendwann wieder vor meiner Tür, immer. Es ist meistens schon dunkel, hier und dort noch ein Vogel. Dann esse ich. Oder ich lasse es bleiben. Dieser Zwiespalt entscheidet, ob ich sterben soll, oder nicht. Ob ich kotzen soll, oder eben nicht. Ob ich schlafen darf, oder eben nicht. Eine einzige, natürliche Sache entscheidet über Leben und Tod. Das ist verrückt, irgendein Grad der Verrücktheit ist erreicht, aber welcher, das kann ich nicht einschätzen. Ich weiß, dass ich krank bin, aber ich brauche keine Hilfe, denn ich bin ausschließlich eine Irre. Solche gibt es heutzutage wie Sand am Meer. Keiner will sie, keiner brauch sie, keiner liebt sie, keiner sorgt um sie. Das weiß jeder, nur keiner gesteht es sich ein. Es heißt, es gibt Kliniken. Therapeuten. Doch der ganze Stoff für die Thearpeuten kommt von wiederum gestörten Eltern, Partnern, Freunden, die die Irren zwingen, sich helfen zu lassen, obwohl sie keine Hilfe brauchen, denn wer brauch schon Hilfe? Man wird von einer Klinik zur anderen gejagt, weil andere es wollen, weil andere meinen man sei verrückt. Weil andere denken, man hätte den Grad der Verrücktheit erreicht, dass es soweit wäre in die Anstalt zu müssen. Das sind Stationen, die freiwillig keiner geht, wenn er irre ist, außer man ist es nicht mehr. Aber ab wann ist man es nicht mehr? Sich eingestehen, dass Hilfe durchaus angebracht wäre, ist einer der ersten Schritte ins "nicht-mehr-irre-sein", das ist leicht. Das passiert oft und bei jedem, aber Hilfe angenommen wird nicht. Wozu sich die Blöße geben, wozu zugeben, dass man irre sei? Also lieber weiter verrückt sein. Allein und irre, das macht doch Spaß. Man kann ja ein Tagebuch anlegen und jeden Abend anstelle von destruktiven Dingen dem lieben Tagebuch erzählen, was man heut so irres getan hat. Das sieht dann in etwa so aus:
"Liebes Tagebuch,
heute bin ich aufgestanden und habe mich gefragt, warum ich lebe. Die Antwort fiel mir nicht ein, also gab es kein Frühstück. Dann war ich pinkeln und duschen. Zähneputzen. Irgendwann bin ich losgelaufen. Dann war ich wieder zuhause und nun schreibe ich. Da mir die Antwort immer noch nicht eingefallen ist, werde ich jetzt auf mein Abendbrot verzichten. Außerdem sollte ich die Maden aus dem Kühlschrank nehmen. Sie krabbeln nun nicht mehr nur in den Nudeln, die für letzte Woche zum Abenbrot vorgesehen waren, herum, sondern vergehen sich nun auch noch an der Butter. Ich sollte schleunigst die Antwort auf meine Frage finden.
Tschüss liebes Tagebuch"
Die Antwort fällt einem nie ein, wenn man verrückt ist. Es gibt immer wieder einen Grund, der dafür spricht, dass man doch besser tot sein sollte. Immer und immer wieder, daher wird das Gefühl nie verschwinden, denn es folgen immer weitere Gründe und die Frage wird genauso allgegenwärtig im Leben sein, wie das Gefühl. Immer da, nie wirklich weg, immer das selbe.

Jeder Mensch hat seine eigene, kleine Geschichte. Das scheint oft kurios, da man immer nur sich selbst als wichtig nimmt. Andere gibt es auch noch? Nein!? Man läuft durch die Straßen, mit den Gedanken nur in seiner eigenen Welt. Doch wen wundert es. Kaum einer denkt wohl beim Bäcker "wie wohl dessen Leben aussieht?", nein, kaum einer. Außer mir. Wenn ich so durch die Welt blicke überlege ich oft, was in dem ein oder anderen wohl gerade vorgeht. Es ist faszinierend wie überaus egozentrisch man sich immer nur auf sein eigenes Leben konzentriert, alles Eigene wichtig ist - Aber wie geht es denen, die gegenüber an der Ampel stehen? Wo kommen sie her? Wo gehen sie hin? Die Fragen wird einem nie jemand beantworten können, denn wer fragt schon fremde Menschen nach ihrem Leben. Die heutige Welt ist eine schüchterne und von sich überzeugte Bagage, die keinen Wert darauf legt in das Leben anderer zu blicken. Was interessiert mich das? Ich hab meine eigenen Probleme. Häufig werden diese überbewertet und hochgepusht, hier und da was dazugemogelt. Hach ja, was haben wir es schlecht und die anderen doch so gut. Doch in Wahrheit weiß keiner, wie es in dem anderen aussieht. Es ist doch so, vor uns könnte ein geistig gestörter stehen, auf dem Weg zum Sprung, wir würden es nicht merken, denn wir sind zu sehr auf uns fixiert und das wird sich nie ändern, sei denn wir schauen ab und zu mal nach rechts und links.












Können Fehler drin sein, hab noch nichr Korrekturgelesen :)

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